Sakramente

Das ganze liturgische Leben der Kirche kreist um das eucharistische Opfer und um die Sakramente.

Im Hochgebet  der Eucharistiefeier heißt es:

Am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmet und esset alle davon: das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.

Wir feiern damit, was Jesus im Abendmahl seinen Jüngern als Vermächtnis und Auftrag hinterließ.

Dabei ist er selbst gegenwärtig als der, der sich dem Vater hingibt und unter der Gestalt von Brot und Wein sich selbst zur Speise gibt. Was hier im Gottesdienst vollzogen wird, nennen wir Sakrament.

Sakramente sind heilige Zeichen, die durch Christus bewirken, was sie bezeichnen.

(Sacramentum, ein lateinisches Wort, bedeutet ursprünglich Fahneneid; später auch Glaubensbekenntnis, Heilswahrheit. Das griechische Wort dafür war Mysterion. Ein unmissverständliches deutsches Wort für das, was wir heute mit Sakrament meinen, haben wir nicht.)

Als Grundsakramente nennt uns das Neue Testament die Taufe und die Eucharistie.

In der Katholischen Kirche gibt es sieben Sakramente:

1 die Taufe
2 die Firmung
3 die Eucharistie
4 die Buße
5 die Krankensalbung
6 die Priesterweihe
7 die Ehe

Alle Sakramente haben ihre Kraft von Christus, dem „Ursakrament„: er selbst ist das Zeichen und das Wort. Alle Sakramente sind Lebensäußerungen der Kirche; sie setzt Wort und Wirken Jesu fort; sie ist ein sichtbares Zeichen für die unsichtbare Gegenwart des Geistes Jesu Christi unter den Menschen.

Die Sakramente sind zu unterscheiden von den Sakramentalien. Diese heiligen Zeichen sind von der Kirche eingesetzt (Segnungen aller Art, Begräbnisriten usw.) Sie begleiten unser Leben und unterstützen unser Gebet. 

Die Informationen zu den Sakramenten orientieren sich am “Katholischen Katechismus” aus dem Jahr 1978.

Taufe

Mit der Geburt beginnt unser Leben. Aber erst mit der Taufe beginnt unser Leben als Kind Gottes. Die Taufe ist das erste Sakrament; durch sie werden wir zu Christinnen und Christen, durch die Taufe gehören wir zur katholischen Kirche. In der Regel werden Säuglinge und Kleinkinder durch einen Priester oder Diakon in der Kirche getauft. Im Notfall kann die Taufe auch von jedem anderen Menschen gespendet werden. Vor der Taufe muss der Täufling erklären, dass er an Gott glaubt. Ist der Täufling noch ein Kind, antworten die Eltern und der Taufpate für ihn. Der Pate soll den Eltern dabei zur Seite stehen, daß aus dem Kind „ein guter Christ*eine gute Christin wird“, so heißt es im Taufritus. Dann gießt der Taufspender, Priester oder Diakon, dem Täufling drei Mal gesegnetes Wasser über den Kopf. Er kann auch, soweit noch vorhanden, mit dem Wasser, welches in der Osternacht geweiht wurde, das Kind taufen. Während der Taufspender das Wasser über den Kopf des Täuflings gießt, sagt er: “Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.” Die Anmeldung zur Taufe geschieht in einem unserer Pfarrbüros. Kontaktdaten finden Sie auf der Startseite.

Eucharistie & Erstkommunion

Die Eucharistie ist einer der beiden Teile unserer Heiligen Messe, zu der wir am Sonntag in unsere Kirchen gehen. Wir glauben, dass Jesus immer dann ganz nah bei uns ist, wenn wir die Heilige Messe feiern.

Die Geschichte dazu beginnt noch vor Ostern:

An Gründonnerstag hat Jesus mit seinen zwölf Aposteln, zusammen gegessen und das Paschafest gefeiert, wie es die Juden jedes Jahr tun. Wir nennen dieses bestimmte Paschafest, einen Tag vor Jesu Tod, das “Letzte Abendmahl”. Bei diesem Abendmahl teilte Jesus das Brot und gab seinen Aposteln jeweils ein Stück davon. Dabei sagte er: “Das ist mein Leib.” Auch vom Wein gab er ihnen und sagte: “Das ist mein Blut.” Er sagte seinen Aposteln also, dass er selbst dieses Brot und dieser Wein ist. Weiter sagte Jesus: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Somit haben wir Gläubige den Auftrag, dieses Geheimnis, denn ein solches ist es, immer wieder zum Gedächtnis an Jesu Tod und Auferstehung zu feiern.

Wenn heute dann ein Priester diese Worte Jesu spricht, die Wandlungsworte, dann werden das Brot zum Leib und der Wein zum Blut Jesu Christi. Er ist wirklich und real bei uns!

Firmung

Zur Firmung gehen Katholiken in der Regel, wenn sie Jugendliche sind. Manche bekommen die Firmung aber schon als Kinder, andere erst, wenn sie erwachsen sind. Gespendet wird die Firmung in der Regel von einem Bischof. In Ausnahmen kann aber auch ein Priester dieses Sakrament spenden.

Am Anfang wird der Firmbewerber*die Firmbewerberin gefragt, ob er*sie an Gott glaubt – wie schon einmal bei der Taufe. Bei der Firmung selbst legt dann der Bischof die Hände auf den Kopf des Firmbewerbers*der Firmbewerberin. So bittet er den Heiligen Geist um seine Kraft für den jungen Menschen. Der Heilige Geist soll unseren Glauben stärken.

Dann salbt der Bischof den Jugendlichen mit geweihtem Öl, dem Chrisam, auf der Stirn. Dabei sagt er: “Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist”.

Jeder Firmbewerber / jede Firmbewerberin hat einen Firmpaten oder eine Firmpatin. Der Firmpate soll dem Firmbewerber / der Firmbewerberin dabei helfen, den Lebensweg als Glaubensweg mit Gott zu gehen. Bei der Firmung legt der Pate*die Patin die Hand auf die rechte Schulter des Bewerbers*der Bewerberin, um zu zeigen, dass er bei ihm*bei ihr ist und ihm*ihr hilft.

Ehe

Wenn ein Mann und eine Frau sich lieben, wollen sie oft ihr ganzes Leben miteinander verbringen. Und das versprechen sie vor Gott indem sie „den Bund der Ehe eingehen“, indem sie heiraten. Während der Trauung in der Kirche versprechen sie sich gegenseitig, ihr ganzes Leben miteinander zu verbringen und immer füreinander da zu sein. Außerdem versprechen sie, ihren Kindern durch ihr eigenes Beispiel den katholischen Glauben nahezubringen und ihren Glauben auch anderen zu zeigen.

Die kirchliche Trauung ist eine öffentliche Feier. Ein Priester oder Diakon ist als Vertreter der Kirche dabei. Außerdem müssen zwei Trauzeugen anwesend sein, die die Eheschließung mit ihrer Unterschrift bezeugen. Vor der Trauung ist es wichtig, früh genug einen Termin beim zuständigen Pfarrbüro anzufragen. Früh genug heißt hier, ca. ein Jahr vorher. Danach werden weitere Termine zum Gespräch vereinbart. Die Anmeldung zur Trauung geschieht in einem unserer Pfarrbüros. Kontaktdaten finden Sie auf der Startseite.

Buße

Jeder macht mal einen Fehler. Und wenn ein Katholik / eine Katholikin etwas getan hat, was nicht gut war, möchte er / sie diesen Fehler vor Gott zugeben und wiedergutmachen. Katholiken gehen deshalb zur Beichte und empfangen das Bußsakrament. Sie sprechen mit einem Priester über ihre Fehler und bitten Gott um Vergebung. In der Beichte kann der Gläubige / die Gläubige auch persönliche Sorgen und Probleme mit dem Priester besprechen. Diese Dinge darf der Priester unter keinen Umständen irgendjemandem weitererzählen. Die Beichte ist Geheimnis zwischen dem Gläubigen und dem Priester, das sonst nur Gott kennt. Wir nennen dies „das Beichtgeheimnis“.

In unserem Pastoralverbund gibt es feste Beichttermine. Sie können aber auch ein Gespräch mit einem Priester zu einer Ihnen passenden Zeit vereinbaren. Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Startseite unserer Homepage unter „Menschen“.

Weihe

Wenn ein Mann Diakon, Priester oder Bischof werden soll, muss er geweiht werden. Das bedeutet, daß er sich und sein Leben ganz Gott weiht. Diakone sollen vor allem den Armen und Kranken helfen und die Priester unterstützen. Die Priester und Bischöfe sollen außerdem mit den Menschen den Gottesdienst feiern, die Sakramente spenden und die Gemeinden leiten. Priester leben in Ehelosigkeit, dem Zölibat. Sie sollen ganz für die Gläubigen und die Kirche da sein und leben ehelos, „um des Himmelreiches willen“, wie es in einer schönen, alten Formulierung heißt.

Zum Diakon oder Priester geweiht werden kann man nur von einem Bischof. Er legt dem Mann dazu in Stille die Hände auf den Kopf. Vorher betet er das Weihegebet. Das ist schon seit fast 2.000 Jahren so. So führt uns diese Linie über die Jahrtausende hinweg direkt zum Auftrag Jesu an seine Apostel: „Geht in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Kindern!“

Krankensalbung

Wenn Menschen sehr krank sind, ist ein Sakrament der sieben Sakramente besonders wichtig: die Krankensalbung. Bei dieser wird der Kranke von einem Priester auf der Stirn und den Händen mit geweihtem Öl, dem Krankenöl, gesalbt. Dabei sagt er: “Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. –  Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf.”

Das gibt dem Kranken Kraft und soll seine Schmerzen lindern. Außerdem soll der Kranke so auch deutlich wissen, dass Gott immer bei ihm ist – auch in Krankheit oder wenn er vielleicht sterben muss.

Übrigens werden die Heiligen Öle, die wir zur Sakramentenspendung brauchen, durch unseren Erzbischof in Paderborn persönlich gesegnet und geweiht. Das geschieht immer am Montag der Karwoche in einer feierlichen Heiligen Messe im Paderborner Dom. Dann werden die Heiligen Öle in alle Gemeinden unseres Erzbistums verteilt.